Aktuell:
Der Blick vom Deck der Queen Mary 2 - dem wohl bekanntesten Kreuzfahrtschiff der Welt - bei der Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen ist ein einmaliges Erlebnis, wenn tausende Schaulustige die Ausfahrt entland der Elbe säumen. Nicht minder beeindruckend ist die Einfahrt nach New York, vorbei an der Freiheitstatue. Eine Kreuzfahrt mit dem Flaggschiff der Cunard Line ist eben was Besonderes. |
| Lange & Söhne – Luxusuhren aus Sachsen |
|
Die Uhrmanufaktur Lange & Söhne wurde am 07.12.1845 von Ferdinand Adolph Lange in Glashütte gegründet. Lange wollte Taschenuhren produzieren. Er erhielt 7.8000 Taler für die Firmengründung, musste dafür jedoch auch 15 Auszubildende beschäftigen. Dabei handelte es sich um eine Art Kredit des königlich-sächsischen Innenministeriums. Der Betrieb hatte lange Zeit mit großen Problemen zu kämpfen. Allerdings gab es bereits im Jahr 1875 70 Mitarbeiter.
Die Taschenuhren sollten sich durch Zuverlässigkeit und gleichbleibend hohe Qualität auszeichnen. Er führte das metrische System in die Uhrmacherei ein. So gelang es ihm, Uhrwerksteile genauer zu berechnen. Die Einführung des fußbetriebenen Schwungrads in die Drehstühle macht es zudem möglich, dass er die Bauteile präziser fertigen konnte. Im Jahr 1864 führte er zu diesem Zweck die Dreiviertelplatine ein. Sie machte die Uhrwerke solider und unempfindlicher.
Ferdinand A. Lange bewies bei der Personalplanung Weitblick. So hielt er seine Auszubildenden dazu an, sich ihren Talenten entsprechend zu spezialisieren. Auf diese Weise war es ihm möglich, die Qualität und Präzision seiner Taschenuhren zu steigern. Die Spezialisierung machte es möglich, dass die ehemaligen Auszubildenden selbst Werkstätten eröffneten, in denen sie Zeiger, Triebe und Federhäuser selbst fertigten. Somit reifte Glashütte langsam zum Zentrum der Feinuhrmacherei, das es mehr und mehr Menschen ermöglichte, ihren Unterhalt zu verdienen.
Im Jahr 1875 verstarb Ferdinand A. Lange im Alter von nur 60 Jahren. Bis dahin hatte er sich 30 Jahre lang für seinen Traum aufgeopfert. Es war ihm nicht nur gelungen ein florierendes Unternehmen aufzubauen. Er hatte es zudem geschafft, Glashütte zu einem bescheidenen Wohlstand zu verhelfen. Im Jahr 1895 wurde ihm von der Stadt ein Denkmal gesetzt. Ihr hatte er 18 Jahre lang als Bürgermeister zur Verfügung gestanden.
Ferdinand Adolph Lange gelang es, einen Grundstein für ein Zentrum der Feinuhrmacherei im finanzschwachen Glashütte bei Dresden zu legen. Er machte den Schweizer Uhrmachern Konkurrenz. Im Jahr 1868 traten Langes älteste Söhne mit in die Firma ein. Mit ihnen an der Firmenspitze gelangte die Uhrmacherei zu Weltruhm. Im Jahr 1948 wurde die Familie unter der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet. In diesen 103 Jahren wurden mehr als 30 Uhrenpatente erworben.
Im Jahr 1990 gründet ein Urenkel von Ferdinand A. Lange die „Lange Uhren GmbH“ als neue Uhrenmanufaktur. Er erwirbt die Markenrechte der „A. Lange & Söhne“ zurück. Sie waren zwischenzeitlich an die Treuhandanstalt gefallen. Obwohl es keine Tradition gibt, wird das Unternehmen als Fortführung der erfolgreichen „A. Lange & Söhne“ gesehen. Seit 2001 gehört die Manufaktur zum Luxusgüterkonzern Richemont mit Sitz in Genf. Ebenfalls zugehörig sind einige Schweizer Uhrenmanufakturen. Im Jahr 2008 wurde der 500. Mitarbeiter eingestellt.
Lange Taschenuhren waren nicht nur bei der Prominenz, sondern auch beim Kaiser sehr beliebt. Das Modell aus 1868 besticht durch das vergoldete Uhrwerk, verschraubte Goldchatons, gravierte Unruhkolben, Goldschrauben und Anker und Hemmrad in Gold. Bestechend ist außerdem das Goldgehäuse in 18 Karat. Auffällig ist jedoch, dass Lange noch bis nach 1870 die Herkunftsangabe Dresden verwendet. Taschenuhren aus dem Hause Lange und Söhne sind Stück für Stück Unikate. Der Preis der Uhren liegt zwischen 5.000 und 76.000 Euro.
|